10 Jahre Dialyse am Bergmannsheil 7.2.2000 - 7.2.2010 |
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| geschrieben von Dr. Fricke am 16.02.2010 |
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10 Jahre Dialyse am Bergmannsheil
7.2.2000 – 7.2.2010
Am 1.8.1989 eröffnete Dr. Dirk Gäckler seine nephrologische Praxis in der Castroper Str. 45.
Im März 1996 zog die Praxis in die Diekampstr. 26 um.
1998 erwarb Dr. Gäckler die Anerkennung als „Diabetologe DDG“ und die Praxis wurde als diabetologische Schwerpunktpraxis zugelassen.
Am 15.11.1999 trat Frau Dr. Sabine Jäkel als Partnerin in die Praxis ein.Gemeinsam verlegten beide den Praxissitz erneut und zwar in die jetzigen Räume am Bürkle-de-la-Camp-Platz 2 und eröffneten dort am 7.2.2000 ihr Dialysezentrum.
Im Januar 2002 schlossen sich Dr. Lutz Fricke als dritter Partner und im Juni 2008 Frau Dr. Bernadette Reinsch als vierte Partnerin der Gemeinschaftspraxis an.
Im Februar 2010 besteht das Dialysezentrum am Bergmannsheil 10 Jahre. Wir wollen dieses Jubiläum für einen Blick auf die letzten 10 Jahre nutzen.
Mitarbeiter der ersten Stunde
Besonders schwierig war es in den ersten Monaten, genügend qualifiziertes Krankenpflegepersonal für die Betreuung der Dialysepatienten zu finden. Leihkräfte wurden aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen organisiert und in Hotels in Bochum untergebracht. Mitarbeiter der ersten Stunde und auch heute noch hier tätig sind Claudia Grundwald, Sandra Rattasepp, Doris Schmidt und Martin Schweder.
Entwicklung der Dialysebehandlung
Peritonealdialyse:
In den letzen Jahren hat sich gezeigt, dass bei Patienten mit Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) die Restfunktion der eigenen Nieren länger erhalten bleibt, als dies bei Blutwäsche der Fall ist. Diese Nierenrestfunktion stellt einen erheblichen Vorteil dar. Deshalb empfehlen wir für den Beginn der Behandlung Peritonealdialyse als bevorzugtes Verfahren.
Hämodialyse :
Vom ersten Tag an werden alle Patienten unserer Dialyse ausschließlich mit sterilem Dialysat behandelt. Jedes der eingesetzten Dialysegeräte verfügt über spezielle Filter, die das Dialysat zusätzlich reinigen.
Nachdem ersten Daten zeigten, dass nicht nur die Behandlung mit synthetischen Dialysemembranen sondern auch der Einsatz von Hämofiltration zusätzlich zur Hämodialyse ( zusammen spricht man von Hämodiafiltration ) das Überleben an der Dialyse verbessert, haben wir 2006 die Hämodiafiltration zu unserem Standarddialyseverfahren gemacht.
2008 führten wir die „Lange Nachtschicht“ ein, um Patienten eine noch bessere Dialysebehandlung durch sehr lange Behandlungszeit (acht Stunden) im Schlaf zu ermöglichen.
Behandlungszahlen
56 Patienten haben am 7.2.2000 ihre Dialysebehandlung am Bergmannsheil aufgenommen. Von diesen 56 sind heute noch drei dabei, die übrigen wurden erfreulicherweise entweder transplantiert oder sind leider verstorben. Am 31.1.2010 befinden sich 170 Patienten in unserer Dialysebehandlung. Dienstältester Dialysepatient ist Herr M. Abdulmalek, der bereits seit 25 Jahren mittels Hämodialyse behandelt wird. Älteste Dialysepatientin ist mit 97 Jahren Frau Maria Menski. Zu den Dauerdialysepatienten hinzu kommen die Patienten, die als Gastpatienten versorgt werden, wenn sie in Bochum zu Besuch sind oder in einem Bochumer Krankenhaus behandelt werden. Die Zahl der in unserem Zentrum durchgeführten Dialysebehandlungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Erweiterungen
2000 haben wir unser Dialysezentrum mit 32 Hämodialyseplätzen und einem Peritonealdialyseraum eröffnet. 2002 haben wir um 10 Hämodialyseplätze in der Etage darunter erweitert und 2004 weitere 6 Plätze auf dieser Ebene geschaffen. Derzeit bauen wir auf der unteren Ebene erneut aus und werden danach über 56 Hämodialyseplätze und einen großen neuen Bauchfelldialysebereich verfügen.
Die Dialysegeräte, mit denen wir im Jahre 2000 starteten, sind inzwischen alle gegen Neugeräte ausgetauscht. Wir erwerben jedes Jahr sieben neue Dialysegeräte, um den Maschinenpark ständig auf dem neuesten Stand zu halten.
Transplantationen
Auch wenn wir uns anstrengen, die Dialysebehandlung immer weiter zu verbessern, so ist doch die Nierentransplantation - sowohl was die Lebenszeit als auch was die Lebensqualität betrifft – das bessere Behandlungsverfahren für Patienten mit endgültigem Nierenversagen.
Deshalb melden wir jeden geeigneten Patienten für eine Nierentransplantation an. Die Patienten, die auf Grund eines Typ-1-Diabetes das Nierenversagen entwickelt haben, werden zur gleichzeitigen Bauchspeicheldrüsentransplantation vorgesehen. Der Mangel an Spenderorganen führt einerseits zu unerträglich langen Wartezeiten auf eine Leichennieren- oder Bauchspeicheldrüsentransplantation und andererseits zu immer mehr Lebendnierenspenden durch Angehörige und Freunde. 2009 gelang es uns erstmals, Patienten ohne vorherige Dialyse durch eine sofortige Transplantation bei Eintritt des Nierenversagens behandeln zu lassen.
Seit Eröffnung 2000 erfolgten aus unserer Praxis bis 31.1.2010 insgesamt 57 Transplantationen, davon fünf Pankreas-Nieren-Doppeltransplantationen. Bei 14 dieser Transplantationen wurden die Nieren von Eltern, Schwiegereltern, Ehepartnern und einer Freundin gespendet.
Derzeit sind in den Transplantationszentren Bochum, Essen und Düsseldorf 45 Patienten zur Nierentransplantation angemeldet, davon vier zur kombinierten Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation. Bei drei Patienten, die noch nicht mit Dialysebehandelt werden müssen, haben sich Bruder oder Ehepartner zur Lebendspende bereit erklärt, so dass wir hoffen, auch diese ohne vorherige Dialyse sofort transplantieren lassen zu können.
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