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Jahresbericht 2007

geschrieben von Dr. Fricke am 24.03.2008
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Wie in den beiden Vorjahren haben wir für 2007 einen Jahresbericht verfasst. Der Jahresbericht beschreibt unsere Bemühungen, auch 2007 die Qualität in unserer medizinischen Behandlung und in der Versorgung der Patienten auf hohem Niveau zu gewährleisten.

Qualität ist das Schlagwort unserer Zeit in der medizinischen Versorgung – Qualität fordern Politik, Öffentlichkeit und sicher auch jeder einzelne Patient von seinen behandelnden Ärzten.
Ärzte sind sich sicher mit ihrer Arbeit Qualität zu liefern. Wir möchten Ihnen unsere Bemühungen um Qualität in unserer Tätigkeit im Jahre 2007 vorstellen.
Qualität wird auch in der Medizin versucht mit Zahlen und Zertifikaten zu belegen.
Unterschieden wird zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.

Zur Strukturqualität gehören die räumlichen Gegebenheiten, die Ausstattung und die Zahl und Qualifikation der eingesetzten Arbeitskräfte – Ärzte, Krankenschwestern, medizinischen Fachangestellten (früher Arzthelferinnen) und Diabetesschulungskräfte.

Die räumlichen Gegebenheiten wurden 2007 von uns nicht verändert.
Wie schon 2006 haben wir aber einen Teil der im Jahre 2000 erworbenen Dialysegeräte – diesmal 14 - gegen Neugeräte ausgetauscht, um kontinuierlich auf dem neuesten technischen Dialysestand zu bleiben. Nach Probestellungen verschiedener Geräte haben wir uns dabei für einen grundsätzlichen Gerätewechsel entschieden und Dialysegeräte MTS 5008 C der Firma Fresenius erworben. Auch Dialysatoren und das übrige Dialyseverbrauchsmaterial beziehen wir seit Dezember von Fresenius.

Die Zahl der Krankenpfleger und – schwestern hat sich 2007 nicht verändert. Wir beschäftigen weiterhin insgesamt 35. Da zwei Krankenschwestern (Carmen Wredow und Sabrina Golomb) entbunden haben und sich in Mutterschutz bzw. Erziehungszeit verabschiedeten, haben wir mit Carina Krüger und Martina Schwamborn zwei neue Krankenschwestern eingestellt.

Die Praxis ist weiterhin Kooperationspartner der Weiterbildungsstätte nephrologischer Zentren Rhein-Ruhr an den Kruppschen Krankenanstalten in Essen. Dort werden in zweijährigen berufsbegleitenden Kursen examinierte Krankenpflegekräfte zu Fachschwestern und – pflegern für Nephrologie und Dialyse ausgebildet. 2007 haben Manuel Linmann und Thomas Plutka diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Birte Walter befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr und Peter Malchow hat 2007 die Ausbildung begonnen.
Somit verfügt die Praxis inzwischen über sieben Fachpflegekräfte. Ihre Ausbildung zur Mentorin (das heißt Ausbildungsschwester) hat unsere Fachschwester Michaela Bojarski aufgenommen.
Dr. Lutz Fricke und Claudia Grunwald, Fachschwester, Mentorin und Fachdozentin im Gesundheitswesen, sind als Dozenten an der Weiterbildungsstätte in Essen tätig.

Alle Mitarbeiter der Praxis werden regelmäßig in internen Fortbildung geschult, dabei auch jährlich in der Herz-Kreislaufwiederbelebung.

2007 hat Olga Steisl ihre Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten erfolgreich abgeschlossen. Dadurch ist das Praxisteam um eine Kraft gewachsen. Als neue Auszubildende haben wir Sarah Joy Stuckmann eingestellt. Unsere Diabetesassistentinnen Sandra Rattasepp und Tanja Oppat haben die Ausbildung zur Diabetesberaterin am Matthias Stift in Rheine aufgenommen.

Dr. Bernadette Reinsch, Internistin und Diabetologin DDG, hat im Juni die Prüfung für die Teilgebietsanerkennung „Endokrinologie und Diabetologie“ vor der Ärztekammer Westfalen-Lippe erfolgreich abgelegt.

Die drei Praxisinhabern, alle Internisten mit der Teilgebietsanerkennung Nephrologie, verfügen über die Zusatzbezeichnung Diabetologie und die Anerkennung als Hypertensiologe durch die Deutsche Hochdruckliga (DHL). Darüber hinaus werden die Patienten unserer Praxis von Frau Barbara Wöhlisch-Klärner, Fachärztin für Allgemeinmedizin, versorgt.

Alle fünf in der Praxis tätigen Ärzte haben sich 2007 regelmäßig fortgebildet und besitzen ein gültiges Fortbildungszertifikat der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Besonders aufwendig sind Reisen zu internationalen Fortbildungen und Tagungen. 2007 reisten die Ärzte der Praxis dazu nach Amsterdam, Barcelona, San Francisco und Rio de Janeiro.

Seit 1998 wird von den Ärzten der Praxis ein Qualitätsforum Diabetes organisiert. In diesem Rahmen treffen sich Hausärzte und Diabetesspezialisten fünfmal im Jahr im dann ausgeräumten Dialysezimmer 4 zu Fortbildungsveranstaltungen.

Alle fünf Ärzte sind aktive Mitglieder des Qualitätsnetzes Diabetes Bochum – Wattenscheid - Hattingen (QND), zu dessen Gründungsmitgliedern die Praxispartner gehören. Im Rahmen des QND sind wir an der Entwicklung von Behandlungsrichtlinien im gesamten Bereich des Diabetes beteiligt, mit denen gesichert werden soll, dass alle Behandler in Bochum, Wattenscheid und Hattingen „an einem Strang ziehen“ und zwar sowohl Hausärzte, Fachärzte und auch die Krankenhäuser. Zuletzt erarbeitet wurden Richtlinien zur Diagnostik und Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes.

Medizinische Entwicklungen eröffnen gelegentlich Behandlungsperspektiven für bisher nicht oder kaum behandelbare Erkrankungen. Dies trifft aktuell für die Frühphase von vererbbaren Nierenerkrankungen zu. Deshalb haben wir am 17. März im Hörsaal des Bergmannsheil ein Arzt-Patienten-Seminar zum Thema vererbbare Nierenkrankheiten durch, bei dem sowohl der Vererbungsweg als auch die neuen , zum Teil noch experimentellen Therapiemöglichkeiten ausführlich dargestellt wurden.

Bei der Prozessqualität geht es darum, Behandlungsabläufe immer wieder entsprechend der gesetzlichen Vorschriften und den Empfehlungen der entsprechenden Fachgesellschaften durchzuführen. Dazu werden die Behandlungsabläufe in möglichst vielen Praxisbereichen analysiert, festgelegt und schriftlich festgehalten. Die Einhaltung dieser festgelegten Abläufe wird immer wieder durch interne und externe Audits (Überprüfungen) überwacht.
Dass dies erfolgreich durchgeführt wird, wird durch so genannte Zertifizierungen bescheinigt.

Dialyse- und Praxisbereich sind seit 2003 nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.

Die Deutsche Diabetesgesellschaft hat unsere Fußambulanz 2005 als „Zertifizierte Fußbehandlungseinrichtung der Deutschen Diabetesgesellschaft“ und die Praxis 2006 als „Behandlungseinrichtung Stufe 2 für Typ 1 und Typ 2 Diabetiker“ anerkannt. Die Stufe 2 ist die höchste für ambulante Einrichtungen mögliche Anerkennungsstufe. Stufe 3 gilt für stationäre Diabetesschwerpunktzentren wie das Bergmannsheil. Als konsiliarisch (beratend) tätige Nephrologen für das Bergmannsheil sind wir auch in diese Anerkennungsstufe mit einbezogen.

Regelmäßig erfolgt auch eine Kontrolle unseres Vorgehens beim Übertragen von Blut- oder Blutprodukten (Transfusion). Diese Aufgabe nimmt weiterhin Herr Prof. Dr. Krieg, der Leiter der Abteilung für Transfusionsmedizin des Bergmannsheil Bochum wahr. Herr Prof. Krieg ist einer der Experten für Blutübertragungen in Deutschland. Wir danken ihm herzlich, dass er uns persönlich hilft. Durch sein freundliches und schnelles Team sind wir in der Lage, im Notfall innerhalb einer Stunde Blut zur Transfusion zu erhalten.

Für alle diese Zertifizierungsfragen, die mit viel Arbeit verbunden sind, ist unser Qualitätsmanagementbeauftragter Dr. Lutz Fricke zuständig.

Die Ergebnisqualität beschreibt das, worum es eigentlich geht: Die Ergebnisse, die bei der Behandlung des einzelnen Patienten erreicht werden. Die richtigen Strukturen und Abläufe (Prozesse) sind Voraussetzungen für die gewünschten Ergebnisse. Aber Ergebnisse sind auch besonders schwer zu erfassen, zu vergleichen und zu bewerten. Die erfolgreiche Behandlung einer Erkrankung kann durchaus „Zufall“ sein – der Erkrankte wäre möglicherweise ohne jegliche Behandlung genau so schnell gesund geworden. Ebenso kann ein ungünstiger Ausgang unter Umständen durch den besten Arzt und die beste Behandlung nicht zu verhindern sein („Schicksal“). So können wir auch nicht ein gutes Ergebnis versprechen, sondern nur, dass wir uns gemeinsam mit den Patienten anstrengen, ein gutes Ergebnis zu erreichen.

Zur Daten- und Ergebniserfassung wurden Register gegründet. Um Aussagen über Ergebnisse möglich zu machen und damit Qualität beurteilen zu können, hat man den Vergleich zwischen verschiedenen Einrichtungen und deren Behandlungsergebnissen entwickelt. Dies wird mit dem englischen Begriff „benchmarking“ beschrieben.

Seit der Einführung einer bundesweiten freiwilligen Erfassung von Dialysedaten 1998 nimmt unsere Praxis an diesem Register teil (Quasi Niere = Qualitätssicherung in der Nierenersatztherapie). Nach Zustimmung der einzelnen Patienten werden Daten an einen Treuhänder gegeben, der diese verschlüsselt (anonymisiert) und anschließend zur Auswertung weiterleitet. Zusammengefasst werden diese Daten bundesweit in Jahresberichten veröffentlicht (im Internet unter www.quasi-niere.de einzusehen).
Wir haben bislang Daten von 401 Dialysepatienten und Nierentransplantierten gemeldet. Ca. 5 Promille der von Quasi-Niere publizierten Daten stammen aus unserer Praxis.
Die Quasi-Niere Meldungen bearbeitet Frau Dr. Sabine Jäkel.

Am „benchmarking“ nehmen wir über das „EuCliD“-System ( european clinical database ) seit 2003 teil. Inzwischen haben sich auf freiwilliger Basis über 40 deutsche Dialysezentren mit über 4700 Dialysepatienten angeschlossen. Der jeweils letzte Bericht ist auf unserer Internetseite ( www.dialyse-bochum.de komplett veröffentlicht. Wir gehen davon aus, dass es sich bei den teilnehmenden Zentren um diejenigen handelt, die besonders auf ihre Behandlungsqualität achten und die besonders „gut“ sein möchten.
Weil es sich um ein europaweites Programm handelt, sind auch internationale Vergleiche möglich. Weitere Daten - auch europäische Vergleiche - finden Sie im Internet unter www.dialysequalitaet.de . Wieder nach Zustimmung jedes einzelnen Patienten geben wir verschlüsselt und dadurch anonymisiert Behandlungsdaten an eine zentrale Auswertungsstelle weiter und erhalten von dort Berichte über einen Zeitraum von jeweils drei Monaten, in denen die Ergebnisse unserer Dialysebehandlung im Vergleich zu den anderen Teilnehmern dargestellt werden. Ziel ist durch den Vergleich eigene Schwächen und Stärken zu erkennen und sich dadurch selber kontinuierlich im Vergleich mit anderen zu verbessern.
Unsere Patienten sind im Durchschnitt älter (70 gegen 66,3 Jahre) und häufiger Diabetiker (46,6 gegen 40,1 %). In allen Kriterien, die die Dialysequalität beschreiben, liegen wir deutlich über dem Durchschnitt der anderen Teilnehmer (die Harnstoffentfernung bei Dialyse erreicht bei uns das 1,58 fache Verteilungsvolumen (kt/V), Durchschnitt aller ist das 1,45 fache).

2007 ist bundesweit eine verpflichtende Meldung von Dialysedaten eingeführt worden, ohne die keine Bezahlung der Dialysebehandlungen durch die Krankenkassen erfolgt. Diese verpflichtende Meldung betrifft deutlich weniger Daten pro Patient, als im „benchmarking“ -Verfahren erfasst werden. Weil wir schon mehrere Jahre freiwillig Daten zusammengetragen haben, war die Einführung des Pflichtberichts für uns leicht umzusetzen. Auch dieser Bericht ist auf unserer Internetseite veröffentlicht. Natürlich bestätigt sich auch hier die Qualität unserer Dialysebehandlung. Bei dieser Auswertung wird der Median der Harnstoffentfernung unserer Praxis mit dem Median Deutschland verglichen (1,60 gegen 1,45) und festgestellt, dass wir 10,34 % über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegen. Bei dieser Auswertung sind auch Entgiftungsleistungen bei Peritonealdialyse erfasst. Hier liegt unser Median mit 2,33 um 12,56% über dem Bundesdurchschnitt (2,07).

Behandlungsqualität bedeutet für uns auch, möglichst vielen dafür geeigneten Patienten eine Organtransplantation zu ermöglichen. Seit Umzug der Praxis an den Bürkle-de-la-Camp-Platz im Februar 2000 wurden 34 unserer Patienten im Transplantationszentrum Bochum im Knappschaftskrankenhaus Langendreer Nieren- transplantiert, vier Typ-1-Diabetiker davon in gleicher Sitzung Pankreas- transplantiert. Bei 9 Patienten handelte es sich um eine Lebendnierenspende durch Vater, Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Ehefrau, Ehemann oder Freundin. Sieben dieser Nierentransplantationen erfolgten 2007 sowie eine der aufgeführten Lebendspendetransplantationen.
In der Nachsorge nach Transplantation betreuen wir derzeit über 70 Patienten, vorwiegend Nieren- transplantierte, aber auch einzelne Herz-, Lungen- Leber und sieben Nieren- und Pankreastransplantierte. Auf der Warteliste zur Transplantation stehen derzeit 46 Patienten.

Im Dialysebereich können wir also Ergebnisdaten bis hin zur Sterblichkeit im Vergleich mit anderen Behandlungseinrichtungen vorlegen. Im Bereich der Diabetesbehandlung, der Blutdruckeinstellung oder der Transplantationsnachsorge können wir dies nur sehr eingeschränkt bzw. gar nicht.

Wir beteiligen uns schon seit mehreren Jahren am FQSD (Forum Qualitätssicherung in der Diabetologie) und senden zur Datenerfassung und -auswertung jedes Quartal nach Anonymisierung Befundbögen von sehr vielen Patienten ein. Es lassen sich jedoch bislang für uns nur wenige verwertbare Ergebnisse gewinnen oder präsentieren. Für die Blutdruckbehandlung und Transplantationsnachsorge gibt es unseres Wissens überhaupt keine Erfassungssysteme zum Ergebnisvergleich zwischen Behandlern.

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